Blogs planen! Bloggst Du für Deine Zielgruppe?

In der Artikelserie Blog erstellen, ging es in der letzten Woche um die Vorbereitung eines neuen Weblogs. Aber was, wenn alle Planung versagt und der Blog rigoros scheitert?

In diesem Artikel möchte ich Dir einmal zeigen, welche Aspekte bei der Planung den Erfolg begünstigen können. Außerdem möchte ich einen Schwerpunkt auf die Auswahl der eigenen Zielgruppe legen.

Nicht jeder Blog ist vom Erfolg gekrönt und manchmal scheitert ein ambitioniertes Vorhaben auch einfach und geht sang- und klanglos unter. Das ist keine Schande, sondern Gang und Gebe im Internet. Ärgerlich ist es erst dann, wenn wir das nicht selbst bemerken.

Ich selbst habe beispielsweise lange Zeit meine Arbeit in ein aussichtsloses Projekt gesteckt und viel zu spät erkannt, das es die Mühe nicht wert ist. Im Nachhinein war das ganz gut, weil ich viel in dieser Zeit gelernt habe. Einerseits über das Bloggen selbst und ebenso über meine Art und Weise einen Blog zu führen.

Dennoch: Viele Blogs sterben schon, bevor sie überhaupt so richtig begonnen haben. Deshalb möchte ich einmal auf meine Erfahrungen blicken und Dir erklären, woran es oftmals im Voraus scheitert. Meistens liegt es schlicht und ergreifend an der falschen Zielgruppe. Aber schauen wir einmal ins Detail.

Daran scheitern Blogger – Die Säulen des Misserfolgs

Immer, wenn ich einen neuen Blog plane, versuche ich mich in die Rolle des Lesers zu versetzen. Beispielsweise geht es in der Blogkiste hauptsächlich um das Bloggen und ein Schwerpunkt liegt auf den Hürden und Schwierigkeiten für Anfänger.

Bevor ich den ersten Artikel geschrieben habe, versuchte ich, mich zu entsinnen, welche anfänglichen Fragen ich in der ersten Zeit hatte. Welche Probleme tauchten auf und welche Hilfe hätte ich mir gewünscht? Allein daraus entstanden viele Ideen und ich merkte, dass vor allem das richtige Vokabular entscheidend für den Blogerfolg ist.

Viele Blogger erklären zwar munter drauf los, schwafeln dabei aber gekonnt an der eigenen Zielgruppe vorbei. Ich kann einem Bloganfänger nicht erklären, wie wir seinen Blog bekannt machen, wenn ich vorab nicht grundsätzliche Begrifflichkeiten erklärt habe. Oder das zumindest im Artikel selbst nachhole.

Wenn ich nun ein neues Projekt beginne, schaue ich immer erst auf die absoluten Basics. Denn auch ein Fachportal wird über Suchmaschinen von Neulingen gefunden. Ein Glossar, eine FAQ oder eine selbsterklärende Schreibe können hierbei das entscheidende i-Tüpfelchen sein, um Besucher und Leser an den eigenen Blog zu binden. Und ja, es ist immer die Frage, wie wir die Erwartungen unserer Besucher erfüllen.

Aber gut. Schauen wir einmal auf die Säulen des Misserfolgs und welche Dinge ich vorab kläre, bevor ich einen neuen Blog starte, ihn bekannt mache und versuche, zu versilbern.

Profit und Monetarisierung

Im Internet gibt es immer mehr Blogs, die das Geld verdienen im Internet beschreiben. Allerdings wird hier oftmals mit falschen Erwartungen gespielt, denn ganz so einfach ist es eben nicht, den Rubel ins Rollen zu bringen. Deshalb ist es wichtig, wenn wir es denn wollen, ein sinnvoller Konzept zu erarbeiten.

Ich selbst komme meistens auf neue Blogideen, weil mich irgendwas enorm interessiert. Ich schaue also nach Partnerprogrammen, suche mir vorab einige potentielle Werbekunden heraus und überlege, wie ich das Ganze angehen könnte. Wichtig finde ich in diesem Zusammenhang, dass wir diese Asurichtung schon vorab klar definieren und vor allem beibehalten.

Mein Hauptblog Geld im Netz ist hauptsächlich über Adsense, also das Werbenetzwerk aus dem Hause Google monetarisiert und die Klickrate ist wirklich gut. Sehr sogar.

Ich wusste allerdings schon ab der ersten Minute, dass ich das ganze über Adsense realisieren möchte. Folglich habe ich an einem Konzept gearbeitet, die Klickrate zu optimieren und das Beste herauszuholen. Natürlich ist die Werbung teils aggressiv, aber ich habe mir diese Variante ausgesucht und sie durchgezogen.

Allerdings war das wichtig, um die ersten Schritte zu meistern. Denn viele Blogger scheitern daran, dass sie einen Plan nicht bis zum Ende durchziehen. Es geht natürlich immer in erster Linie um unsere Leser, aber bei manchen Entscheidungen sollten wir konsequent sein und nicht alle paar Sekunden das monetäre Gesamtkonzept umschmeißen. Das schadet dem finanziellen Erfolg.

Die Zielgruppe meines Blogs? Die hole ich ab!

Es ist wichtig, die eigene Zielgruppe definieren zu können, wie ich schon anfangs schrieb. Allerdings ist es nicht nur wichtig, sondern mitunter der wichtigste Aspekt überhaupt. Einen Artikel dazu habe ich verlinkt.

Viele Blogs machen den Fehler, sich an Experten zu wenden oder für Profis zu schreiben. Das ist mit Sicherheit eine gute Idee, um ein Forum zu konzipieren. In der Blogosphäre ist das allerdings nicht ideal. Die meisten Menschen kommen auf eine Seite, weil sie ein Problem haben oder sich mit einer Frage befassen, die sie sich nicht selbst beantworten können.

Stellen wir uns unsere potentielle Zielgruppe einfach mal als einen Kreis vor. Gehen wir davon aus, dass wir Artikel für Blogger schreiben. So wie ich es tue. Der größte Teil wird aus absoluten Einsteigern bestehen, die beispielsweise nach einem Artikel á la Bloggen für Anfänger suchen. Das liegt in der Natur der Sache und das sieht in jedem Bereich ähnlich aus.

  • Es gibt wenig Experten auf einem Gebiet
  • Eine handvoll Fortgeschrittener
  • Außerdem natürlich jede Menge Anfänger
  • Wobei die größte Gruppe meistens die absoluten Neulinge sind

Das ist ganz logisch. Die wenigsten Menschen kennen sich mit Astrophysik aus, manche arbeiten dennoch als Physiker und viele Leute befassen sich in ihrer Freizeit mit physikalischen Phänomenen. Die meisten Menschen, wie auch ich, haben den Spaß schon in der Schule abgewählt. Sorry dafür.

Schauen wir einmal in das Keyword Tool aus dem Hause Google und machen es an einem Beispiel fest. Wir suchen nach einem wordpressnahen Thema und grenzen die Anfrage immer weiter ein.

Suchbegriffe im Blick – Die Zielgruppe schwindet (monatliche Suchanfragen)

  • wordpress ~ 90.500
  • wordpress installieren ~ 2.400
  • wordpress permalinks ändern ~ 140

Man kann anhand dieser Zahlen sehen, dass die Suchvolumina abnehmen, umso konkreter eine Anfrage wird. Unsere Zielgruppe sollte folglich im Bereich der WordPress-Sucher angesiedelt sein, da wir es sonst umso schwerer haben, einen erfolgreichen Blog aufzubauen. Hierbei wird außerdem recht häufig vergessen, dass die eigene Perspektive nicht deckungsgleich mit der unserer Leser ist. Denn wenn jemand etwas bei uns lernen oder erfahren will, weiß er höchstwahrscheinlich weniger über das Thema, als wir. Logisch, oder?

Schauen wir allerdings abermals auf den Aspekt der Monetarisierung, muss uns klar sein, dass die meisten erfolgreichen Blogs nach der folgenden Formel funktionieren: Zielgruppen-Größe x Kaufbereitschaft x Produktpreis = Einnahmen.

Deshalb ist es um einiges lukrativer, sich mit der Masse zu befassen, als eine handvoll Experten zu bedienen. Diesen Fehler machen Blogger allerdings sehr häufig.

Sind Experten schlecht fürs Geschäft?

Die logische Anschlussfrage ist natürlich, ob es dann überhaupt Sinn macht, einen Fachblog für Professionelle zu machen. Nun. Das ist sehr spannend und ich versuche mich einmal an einer Antwort, die das Problem genau erläutert.

Einerseits ist es nach meiner Erfahrung um einiges leichter, Produkte und Dienstleistungen an Anfänger zu verkaufen. Hierbei geht es weniger um Abzocke, als um die Bereitschaft. das erklärt sich eigentlich von selbst. Wenn ich einem Profi ein eBook offeriere, dass den Blogerfolg verspricht, wird er dreimal überlegen, ob er daraus was lernen kann.

Ein Neuling lässt sich natürlich leichter einwickeln und kann auch mit Einsteigerantworten überzeugt werden. Logisch! Das ist auf dem Buchmarkt übrigens nicht anders, da die Lern-Nachfrage oder auch Wissbegierde einfach größer ist.

Dennoch können Experten eine sehr spannende Zielgruppe sein. hierbei sind allerdings einige Aspekte entscheidend, um erfolgreich zu sein. Auch ich würde kein eBook oder eine Dienstleistung von einem dahergelaufenen Blogger wahrnehmen. Wirklich nicht.

  • Es ist wichtig, dass wir selbst ein Experte sind. Wer sich in einem Bereich durchgesetzt hat uns als Koryphäe gilt, kann natürlich auch damit Erfolg haben und Profis zum Lesen oder Kaufen verleiten.
  • Die Reputation hochhalten. Gerade anfangs ist es wichtig, sukzessiv an der eigenen Reputation zu arbeiten. das können wir beispielsweise mit Gastartikeln oder auch Interviews befeuern. Auch dadurch lässt sich Vertrauen schaffen.
  • Das Vertrauen ist wichtig. Auch hier möchte ich abermals den Finger drauflegen. Viele starten einen Blog und behaupten Dinge, von denen sie keinen Schimmer haben oder loben Produkte, die sie nicht getestet haben. Spätestens beim ersten Verkauf schlägt sich das negativ auf das Vertrauen zwischen Lesern und Autor nieder.
  • Exklusivität. Profis spielen in einer anderen Liga. Was sich seltsam anhört, hat häufig mit dem Ego zu tun. Wer es drauf hat, kann überlegen, eine Membership-Seite oder exklusive Kurse anzubieten. Jedes erdenkliche SEO-Tool ist im weitesten Sinne nichts anderes.

Das gilt nicht nur für Weblogs

Natürlich habe ich bei meinem Artikel hauptsächlich an Blogger und die Konzeption eines erfolgreichen Weblogs gedacht. Allerdings gilt das Prinzip auch in der Offline-Welt.

Ich arbeite als freiberuflicher Texter. Jedenfalls habe ich das früher hauptsächlich gemacht, bevor ich ein Teil der deutschen Blogosphäre wurde und meinen Lebensunterhalt durch das Bloggen bestritt. Aber auch hierbei fällt auf, dass Laien die lukrativere Zielgruppe sind, um Geld zu verdienen.

Das liegt einfach darin begründet, dass viele Angebote und Dienstleistungen nicht in Gänze nachvollzogen werden (können) und folglich ist auch weniger gute Arbeit gern gesehen. Das soll nicht bedeuten, dass es gut ist, schlechte Arbeit zu leisten, doch gehen Fehler einfach besser durch.

Fazit: Planung, Zielgruppe und Erfolg

Ich wollte in diesem Artikel einmal einen der wichtigsten Aspekte beleuchten, warum meines Erachtens viele Blogger scheitern oder sich wundern, dass sie keinen Erfolg haben. Es dreht sich eben recht häufig um die Auswahl der eigenen Zielgruppe, um den Blog auf Kurs zu bringen.

Hierbei müssen wir uns vor Augen führen, für wen wir einen Blogartikel schreiben. Richtet er sich an Einsteiger oder Anfänger, sollten wir das im Blick behalten. Verfassen wir einen Fachartikel ist es deutlich schwerer, dieses zu versilbern. Aber ja. Das ist im Grunde nur Planung.

Prinzipiell funktioniert zwar beides, wie schon beschrieben, doch sollten wir uns dennoch im Klaren darüber sein, für wen wir primär bloggen. Damit kann das ganze Konzept eines Weblogs kippen, weshalb ich auch die Planung und Vorbereitung als wichtigen Aspekt des Bloggen erachte.

Ich würde mich außerdem freuen, wenn Du mir Deine Erfahrungen im Bezug auf das Planen von Blogs im Kommentarbereich mitteilen würdest. Vielleicht hast Du auch einige wertvolle Tipps, die ich noch gar nicht bedacht habe?

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4 legendäre Kommentare zu "Blogs planen! Bloggst Du für Deine Zielgruppe?"

  1. Martin sagt:

    Der Artikel gefällt mir richtig gut, lieber Jonas. Danke dafür. Eigentlich lese ich hauptsächlich deinen Hauptblog, aber auch hier fühle ich mich mittlerweile wohl. Es war eine gute Entscheidung, beide Feeds zu abonnieren. Kann es übrigens sein, dass der Feed auf geld im Netz nicht mehr oben angezeigt wird? Ich habe den zwar abonniert, aber gerade habe ich ihn nicht gefunden. Nur mal als Hinweis.

    Ich denke, dass es wirklich wichtig ist, sich vorab im Klaren zu sein, wer die eigene Zielgruppe ist, für die man seine Blogartikel schreibt. Das ist wirklich wichtig. Auch ich habe früher alles falsch gemacht und glaube, mittlerweile den Nerv getroffen zu haben :-)

    Danke für deine Artikel und auch ein schönes neues Jahr :-)

    Gruß
    Martin

  2. Hallo Jonas,

    Das ist sicherlich bis dato der umfangreichste Artikel, den ich je für einen WebmasterFriday gelesen habe. Unglaublich, wie du soviel Content um diese Frage herumgebaut hast.

    Ich finde es auch super, dass du dir Punkte wie “Experte sein”, eigene Reputation und Vertrauen wichtig sind.
    Das sind alles extrem langwierige Prozesse und man muss sich da von Vorneherein richtig reinknien und die Sache durchziehen. Sonst erreicht man das Ziel nicht.
    Ich würde die Liste noch um den Punkt “Mehrwert schaffen” erweitern. Das gehört für mich einfach dazu. Ich glaube für dich auch – sonst hättest du nicht so einen langen, erklärenden Beitrag geschrieben.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Christoph

    • Jonas Geldschläger sagt:

      Hey Christoph,

      es freut mich, dass Du den längsten “Lesegenuss” auf der Blogkiste erleben durftest. Das ist schön!

      In puncto Mehrwert möchte ich Dir zustimmen, wobei dieser sich eher auf die Frage bezieht, wie man überhaupt bloggen sollte, denn unabhängig, ob man den Nerv der eigenen Zielgruppe nun trifft oder eben nicht, ist es doch entscheidend, immerzu einen Mehrwert auf dem Blog zu schaffen. Ich mag das Wort zwar nicht und würde eher “zielgenauen Content” dafür verwenden. Denn ein Artikel muss nicht immer einen omnipräsenten, inhärenten Wert haben, sondern sollte möglichst zu den Erwartungen des Lesers passen.

      Cheers.

  3. Conny sagt:

    07. Ich möchte mein Wissen einfach teilen

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