Corporate Blog? Was ist das?

Bloggen ist mittlerweile eine der beliebtesten Möglichkeiten, um sich im Internet miteinander zu vernetzen. Im Artikel Was ist ein Blog erkläre ich die Vorteile eines Blogs und wenn wir einen Blick auf die rasante Entwicklung der Blogosphäre werfen, bleibt nur ein Schluss: Der Blogmarkt boomt!

Dennoch scheuen sich immer noch sehr viele Unternehmen, einen Blog zu betreiben, um die eigene Reichweite zu vergrößern, obwohl es doch eigentlich sehr nahe liegend ist, um den virtuellen Markt zu erschließen. Wenn Unternehmen bloggen, spricht man von einem Corporate Blog, also einem Unternehmensblog. Letzten Endes haben wir es folglich mit einem Anglizismus zu tun (corporate ~ Firmen, Unternehmen), der es mittlerweile in unseren Sprachgebrauch geschafft hat.

In den USA ist es Gang und Gebe, das eigene Unternehmen mit einem Corporate Blog zu würzen und so die Kommunikations- oder auch Marketingziele des Betriebs zu verfolgen. Große Marken wie Daimler oder auch Tchibo setzen auf einen Coporate Blog und werden oftmals als Vorzeigebeispiele des bloggenden Unternehmens genötigt.

Dennoch wird in diesem Bereich sehr viel experimentiert, da Blogs als Marketinginstrument immer noch einen sehr unterschätzten Stellenwert genießen. Denn wo verschwimmen die Grenzen zur klassischen Werbung? Wie erreicht man seine Kunden ideal? Und macht so ein Corporate Blog überhaupt Sinn? Diese Vorsicht ist allerdings meist unbegründet, da der Erfolg den Corporate Blogs in der Regel Recht gibt. Aber schauen wir doch einmal hinter die Kulissen…

Erfolgreicher Corporate Blog

Corporate Blog: Der Saftblog macht es vor! Das bloggende Unternehmen.

Die Betreibern des Saftblogs und Kelterin Kirstin Walther ließ in einem Interview verlauten (siehe Video, unten), dass sich der Umsatz im Safthandel durch den angegliederten Unternehmens-Blog nahezu verdoppelt hat. Allerdings verweist sie in diesem Zusammenhang ebenfalls darauf, dass hierbei mehrere Elemente eine Rolle spielten, wobei auch der Zwitscherdienst Twitter eine entscheidende Rolle für den Erfolg des Coporate Blogs hatte.

Zwar lässt sich das Prinzip nicht von einem Unternehmen auf das andere übertragen und auch der Erfolg des einen Blogs rechtfertigt nicht den Aufstieg eines anderen Bloggers. Aber so ist es eben auf dem freien Markt und gerade Unternehmen sollte diese Form des Wettbewerbs geläufig sein.

Trotzdem scheint das mangelnde Interesse vieler Dienstleister und Betriebe ein großer Fehler zu sein, da durch die Integration eines eigenen Blogsystem (Artikel: Eigenen Blog erstellen) eine enorme Vergrößerung der Reichweite erzielt werden kann. Und ja…, in diesem Zusammenhang ist Reichweite eben auch mit steigenden Umsätzen gleichzusetzen.

Aber bleiben wir beim Beispiel des Saftblogs.

Immerhin wurde durch den Schritt ins Internet der regionale Markt durchbrochen und das komplette Netz als potentielle Konsumenten erschlossen. Und das fast ausschließlich durch die Nutzung eines Corporate Blogs.

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Die Vorteile eines Corporate Blogs

Prinzipiell bringt ein Corporate Blog ausschließlich Vorteile mit sich, wenn der Karren nicht durch Halbherzigkeit an die Wand gefahren wird. Denn im Grunde haben wir es vorerst nur mit einem Blog zu tun, den Menschen lesen, die gewisse Erwartungen haben und die auf der Suche nach einer Problemlösung sind. Eigentlich kein Problem, möchte man meinen.

Die typischen Fehler, die das Bloggen für Anfänger ungemein erschweren, machen zwar auch etablierte Firmen, da der Markt verkannt wird, aber das sollte nicht das vorzeitige Aus eines Corporate Blogs bedeuten..

Gehen wir einfach davon aus, dass der Blog regelmäßig mit Inhalten befüllt wird, die sich thematisch am eigenen Produkt orientieren oder Interessantes aus dem eigenen Unternehmen aufdecken, gewinnen die Vorteile nämlich recht fix die Oberhand.

Mehr Besucher durch corporate blogging

Jeder Artikel, der auf einer Seite erscheint, wird prinzipiell von Suchmaschinen (Google, bing und Co) indexiert. Das hat zur Folge, dass wir durch relevante Beiträge auch zu interessanten Suchbegriffen geführt werden, die wir mit einer statischen Unternehmensseite niemals abdecken könnten.

Wer hier passenden Inhalt (Content) verfasst, kann die eigene Reichweite in der Regel gezielt ausbauen und sich so ein enormes Netzwerk schaffen, das wir vielleicht nicht einmal bedacht haben.

Gehen wir davon aus, unser Unternehmen verkauft Hartschalen für Handys, die gerade bei steigenden Smartphonepreisen immer wichtiger werden. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Synonymen für diesen Begriff. Wenn der Kunde nun aber überhaupt nicht weiß, wonach er sucht, können wir unsere Unternehmensseite überhaupt nicht gezielt bewerben.

Wer nun zahlreiche Blogartikel auf dem Corporate Blog veröffentlicht, kann jede Menge Zufallsbesucher abgreifen, die so vielleicht niemals zur eigenen Marke gefunden hätten.

Das Unternehmen wird persönlicher

Wenn ich an irgendwelche Marken denke, werde ich oftmals mit der Anonymität konfrontiert. Wer steckt hinter Coca Cola und welche Menschen arbeiten bei MC Donalds? Ein Corporate Blog kann Einblicke in die Unternehmensstruktur liefern und somit Interessenten einen spannenden Blick hinter die Kulissen liefern.

Hierbei geht es nicht einmal darum, das eigene Unternehmen zu idealisieren, sondern zu vermenschlichen. Was hat nicht geklappt? Wie sieht die Zukunft aus und vor allem wo soll die Reise hingehen? Gibt es vielleicht wiederkehrende Fragen unserer Kunden, die sich mit den internen Abläufen (Produktion, Verarbeitung) befassen, macht es Sinn, diese in einem individuellen Blogartikel zu bearbeiten.

Natürlich soll das eigene Unternehmen in einem Corporate Blog nicht durch den Dreck gezogen werden. Allerdings ist es möglich, der eigenen Marke ein Gesicht zu verleihen und dabei einen Einblick zu gewähren.

Corporate Blogs werden verlinkt

Im Intenet sind Links, also Verweise von anderen Seiten, eine wichtige Währung. Denn nur wer viele und starke eingehende Links erhält, kann sich gegenüber der vielzähligen Mitbewerber behaupten. Doch wer verlinkt schon auf eine statische Firmen-Homepage? Genau. Die wenigsten. Warum auch?

Interessant wird es erst dann, wenn wir in unserem Blog auf gezielte Fragen unserer Kunden eingehen und diese ausführlich beantworten, so dass auch andere Nutzer von unserem Wissen profitieren und es Sinn macht, auf den Corporate Blog unseres Unternehmens zu verweisen.

Stellen wir uns vor, wir verkaufen Solaranlagen. Hierbei gibt es zahllose Fragen, die Nutzer haben können, wenn es um die Installation einer solchen geht. Warum schreiben wir nicht einfach eine Anleitung – natürlich am Beispiel des eigenen Produkts – und gehen gezielt auf die Hindernisse und Probleme bei einer solchen Arbeit ein? Der Corporate Blog bietet sich förmlich an…

Spannende Inhalte werden im Internet sehr gern verlinkt. Das ist klar. Deshalb buhlen immer mehr Seitenbetreiber um die Gunst der Besucher. Wer es geschickt anstellt, stärkt die Unternehmensseite gezielt.

Der Unternehmensblog wirft Geld ab

In der Regel geht es bei einem Corporate Blog allerdings nicht darum, die eigenen Besucher zu verwöhnen, ihnen Inhalte zu präsentieren und lediglich auf der Visitenkarte darauf zu verweisen, dass man nun auch virtuell unterwegs ist.

Die genannten Aspekte schlagen sich in der Regel nämlich in soliden Einnahmenströmen nieder. Denn was haben wir denn bis dato erfasst. Welche Vorteile bringt ein solcher Blog?

  • Mehr Besucher auf der Unternehmensseite
  • Die eigene Marke wird persönlicher
  • Erhöhte Präsenz im Internet

Wenn man – auch wenn das mitunter als niederes Motiv gehandelt wird, nun einen Begriff sucht, der diese Aspekte miteinander verbindet, bleibt oftmals der Punkt: Mehr Einnahmen durch einen Corporate Blog.

Welche Arten von Corporate Blogs gibt es?

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Corporate Blogs, die allesamt ein anderes Konzept verfolgen, um das eigene Unternehmen zu fördern. Die einen setzen auf die direkte Nähe zum Kunden, andere preisen geflissentlich eigene Produkte an und manch ein Betrieb nutzt das Bloggen hauptsächlich für die interne Kommunikation.

Die folgende Einteilung stammt übrigens von Ansgar Zerfaß, einem Professor der Universität Leipzig.

Knowledege-Blog

Knowlede-Blogs, also Wissensblogs, werden vornehmlich im Inranet (nicht öffentlich) genutzt, um das Wissen intern zu lagern. Hier geben eingesessene Arbeitnehmer Tipps, aber auch Neulinge können ihre Erkenntnisse in einem Internettagebuch abspeichern.

Meeting-Blog

Ein Meetingblog bündelt die Ergebnisse eines Meetings oder einer Besprechung. Hier haben wir es hauptsächlich mit einem öffentlichen (oder auch geschützten) Bereich zu tun, der im Eigentlichen ein virtuelles Gesprächsprotokoll darstellt und ebenso eher für die interne Kommunikation genutzt wird.

Service-Blog

Service-Blogs sind die ersten Weblogs in dieser Aufzählung, die wirkliche Corporateblogs sind. Sie sollen dem Konsumenten die Möglichkeit geben, über bestimmte Marken, Artikel oder eben Produkte Feedback abzugeben und somit einen direkten Draht zwischen Unternehmen und Nutzer herstellen.

Kampagnen-Blog

Kampagnen-Blogs sind eine besondere Form des Unternehmensblog, da sie lediglich temporär, also zeitlich begrenzt, genutzt werden. Hierbei werden laufende Aktion und Kampagnen virtuell unterstützt. Beispielsweise gibt es immer wieder Kampagnenblogs zu sportlichen Großereignissen, wie etwa die Fußballweltmeisterschaft und ähnliche Veranstaltungen.

Themen Blog

Thematische Blogs können die Relevanz eines Unternehmens in den Weiten des Internets untermauern. Nehmen wir einmal an, wir sind ein Dienstleister, der seinen Kunden WordPress oder andere CMS installiert oder auch auf Seminaren und Schulungen näher bringt. Leisten wir uns parallel dazu einen Blog, wo wir über das Bloggen schreiben oder über interessante Details in puncto WordPress hinweisen, errichten wir uns ein Fundament, dass unser KnowHow stärkt.

Produkt- und Markenblogs

In dieser speziellen Abarbt des Corporate Blogs steht ganz klar die Marke oder eben das eigene Produkt im Vordergrund. Ein schönes Beispiel, dass das funktioniert, ist der FROSTA-Blog, wo im Eigentlichen nur Einzelheiten über aktuelle Produkte beschrieben werden. Diese Form des Unternehmensblog errinnert am meisten in die klassischen Formen der Werbung.

Customer-Relation-Ship-Blogs

Dieser Blog hat nur ein Ziel: Die Marke oder den Vertreter einer Dienstleistung an jeweiligen Kunden zu binden. Hierbei geht es vornehmlich darum, eine eigene Community aufzubauen, die unser Unternehmen aus sich selbst heraus bewirbt. Wenn auch indirekt.

Krisen-Blogs

Solche Weblogs werden meist ebenfalls nur temporär eingesetzt, um Kunden bei auftretenden Problemen eine Anlaufstelle zu geben. Vielleicht gibt es unerwartete Probleme nach der Markteinführung, vielleicht gibt es Probleme im Verständnis? Alles Fragen, die schnellstmöglich beantwortet werden müssen, so dass die eigene Marke nicht darunter leidet.

Hier bloggen meist Vorstandsmitglieder oder zumindest Verantwortliche des jeweiligen Unternehmens, um die eigenen Kunden im Corporate Blog zu betreuen und schnellstmöglich reagieren zu können.

Corporate Blogs – A Neverending Story

Viele Unternehmen haben den Schritt mittlerweile gewagt und den virtuellen Auftritt um ein eigenes Corporate Blog ergänzt. Die Angst, das eigene Gesicht zu verlieren oder etwas falsch zu machen, ist meistens unbegründet und der Erfolg gibt den zahlreichen Firmen recht.

In der nächsten Woche möchte ich Dir noch einige Beispiele für gute Corporate Blogs geben, die man im Internet aufstöbern kann. Denn zwar versuchen es viele, doch oft ist schon nach wenigen Wochen die Luft raus und das virtuelle Weblog keucht auf dem letzten Loch.

Da macht es Sinn, einfach mal bei der Konkurrenz zu schnuppern und sich von erfolgreichen Weblogs ein wenig Inspiration zu holen. Man muss nicht die gleichen Anfängerfehler machen wie die lieben Leidensgenossen.

Falls Du noch weitere Fragen zum corporate blogging oder dem Corporate Blog hast, scheu Dich nicht, einen Kommentar zu hinterlassen oder mich direkt zu kontaktieren. Ich freue mich natürlich ebenfalls über Anregungen und Erfahrungen, die Du mit Deinem Unternehmensblog gesammelt hast.

 

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