Zeit und Datum im Blog! Ist das sinnvoll?

An allen Ecken und Enden der Blogosphäre kann man es lesen: Inhalte sind das A und O für einen erfolgreichen Blog. Klar! Toller Content ist enorm wichtig und wird gern gelesen oder empfohlen. Ganz egal, ob nun über Facebook und Co oder eben durch andere Blogger.

Aber dieser Aspekt ist wahrscheinlich nicht neu. Überspringen wir ihn einfach…

Wenn wir den Gedanken allerdings umkehren, könnte man meinen, dass Inhalte dann gut sind, wenn sie heute, nächste Woche, und in einigen Monaten noch relevant sind. Wenn wir es überspitzt formulieren, könnte man sogar meinen, dass gute Inhalte dann etwas besonderes sind, wenn sie uns als zeitlos erscheinen.

Ein allgemeiner Beitrag über das Bloggen ist also dann spannend, wenn er auch noch in vielen Jahren gelesen werden kann. Er wird demzufolge auch häufiger verlinkt, da er immerfort aktuell und frisch erscheint. Braver Blogartikel…, irgendwas hast du scheinbar richtig gemacht.

Zeitloser Content ist also wichtig und dennoch drängt sich hierbei eine Frage auf…

Ist die Zeitangabe in Blogs wichtig?

Diese ganzen Überlegungen führten mich allerdings zu der Frage, ob es überhaupt Sinn macht, in einem Blog auf die Zeit zu verweisen? Bis dato habe ich immer zwischen Überschrift und eigentlichem Artikel die Zeit verewigt. Das machen auch die meisten Blogger so. Aber kann ebendies nicht neue Besucher davon abhalten, den Artikel zu lesen?

Kann es nicht sogar sein, dass die unauffällige Angabe des Datums dazu führt, dass unsere Leser einen Blogartikel schon vorab als irrelevant, da nicht aktuell einstufen? Oder kennen wir es nicht von uns selbst, dass wir einem Blog den Rücken kehren, weil wir einen uralten Artikel ausgegraben haben? Macht das Sinn?

Grund genug, ein wenig zu forschen und nach der Zeit zu schauen…

Im Netz gibt es recht wenig Artikel, die sich mit dieser Frage befassen und die meisten sprechen in diesem Zusammenhang eher von der Permalink-Struktur in einem Blog. Also der Art und Weise, wie wir Beiträge als URL auszeichnen. Der Unterschied wird am folgenden Beispiel ersichtlich…

  • dein-weblog.de/2012/12/5/bloggen-und-die-zeit
  • dein-weblog.de/bloggen-und-die-zeit

Hierbei geht es allerdings meistens um Fragen der Suchmaschinenoptimierung und welche Linkstruktur Google zu bevorzugen scheint und welche Auswirkungen eine Änderung auf das eigene Ranking hat. (Wenn Du einmal nach oben schaust, weißt Du, welche Meinung ich diesbezüglich vertrete).

Es geht bei dieser Diskussion aber weniger um die Wahrnehmung der Besucher, die recht selten – würde ich annehmen – das Datum via Browserzeile ermitteln, sondern vielmehr um Methoden, die sich auf das Ranking in den organischen Suchergebnissen auswirken.

Dennoch wurde ich fündig und habe ein paar spannende Fakten über die Datierung im Blog finden können und einige Meinungen zusammengetragen.

Eine Umfrage spricht für die Zeit?

Auf blogprojekt.de habe ich eine Umfrage gefunden, die sich mit genau dieser Frage befasst und zu einem recht eindeutigen Ergebnis kommt.

93% der Befragten geben ein Datum im eigenen Blog an. Dennoch möchte ich in diesem Fall skeptisch bleiben, da ich nicht sicher bin, ob diese Zahl auch wirklich repräsentativ ist. Das ist einfach die Grundeinstellung einer jeden WordPress-Installation.

“93% der Umfrage-Teilnehmer findet es wichtig, dass in Blogs auch das Datum angegeben wird und machen das in ihren Blogs auch so.” [zur auswertung]

Allerdings möchte ich Peer in einem Punkt widersprechen. Nämlich insofern, dass es den Teilnehmern wichtig ist, dass das Datum im eigenen Blog angegeben wird. Denn diese Schlussfolgerung lässt die Umfrage nicht zu, da überhaupt nicht nach der Relevanz des Datums gefragt wurde. Lediglich die Tatsache, dass es bei den meisten Bloggern eine Zeitangabe über dem Artikel hängt, können wir sicher entnehmen. Aber das wussten wir ja eigentlich schon.

Darren Rowse unterschlägt die Zeit

Problogger Darren Rowse entfernte auf seinem Blog Digital Photography School sämtliche Zeitangaben und begründete diesen Schritt folgendermaßen:

If the content is timeless and not ‘newsy’ in nature I think that
removing the timestamp from a blog is a very worthwhile thing to do. I’ve been doing it since the start of Digital Photography School (digital-photography-school.com/blog) a year ago and have noticed a few interesting things:

1. I get a lot more links on ‘old’ posts over time. On my blogs with dates on them I find that despite them getting traffic from Google that they are rarely linked to after a week or two. On DPS I’m constantly getting links from sites on posts even after a year.

2. I get more comments on old posts. Even though I leave the dates on comments (so people can really tell how old a post is from that) I find that not promoting the date gives a perception of ‘freshness’ in people’s minds and makes them more willing to interact with the post.

Er konstatiert also, dass sich das Weglassen der Datumangabe insofern positiv ausgewirkt hat, als dass in älteren Beiträgen mehr Kommentare hinterlassen und ältere Artikel häufiger verlinkt werden.

Collis pfeift ebenfalls auf die Zeit

Auch Collis, der auf FreelanceSwitch schreibt, verzichtet ebenfalls auf die Angabe eines Datum oder irgendeiner Zeitangabe in den eigentlichen Blogposts. Begründet wird dieses Umstand folgendermaßen:

The reason we chose to not date posts on FreelanceSwitch was to produce content that didn’t feel dated. Because Freelancing is not a technology-oriented field, the advice we dispense on the site should be as good today as it is in three years time. In that sense the site is a growing body of articles rather than posts.

Und auch hier sticht abermals das Wort zeitlos hervor. Collis meint, dass durch das Weglassen des Datums ein Artikel aktueller wirkt und rechtfertigt dies, weil er meint, dass das gewählte Thema der Seite keiner Aktualität bedarf.

Und hier möchte ich zustimmen. Wenn wir über Neuigkeiten bloggen, ist es wichtig, dass das Datum jedem Leser vor Augen führt, ob sich Promi X gerade von Dame Y getrennt hat oder ob dieses kleine Fehltritt schon längst Geschichte ist. In anderen Bereichen macht das nur bedingt Sinn.

Datierung und Zeit im Blog – Ja oder nein?

Ich denke, dass die Ausrichtung eines Blogs sehr stark an der Entscheidung beteiligt ist, ob wir eine Zeitangabe benötigen oder eben nicht. Ich denke, dass zeitlose Inhalte keiner Datierung bedürfen und würde sogar dazu raten, hier auf eine solche zu verzichten.

Ich selbst habe es auf meinen Hauptblogs so gelöst, dass das Datum in den Kategorien und Archiven auftaucht und auch auf der Startseite meines Blogs angezeigt wird. Allerdings gebe ich es nicht im eigentlichen Blogbeitrag an, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass Leser schneller verschwinden, falls ein Posting weniger aktuell wirkt.

Schaue ich auf diesen Blog, kann ich das Geschriebene nur bestätigen. Wenn ich einen Artikel darüber schreibe, wie oft man bloggen sollte oder einige Zeilen über das Bloggen für Anfänger verfasse, sind diese auch in Jahren nicht weniger passend, als jetzt.

Für Zeitangaben im Blog gilt also das Folgende:

  • Zeitangaben können einen Artikel aktuell erscheinen lasse, aber eben auch veraltet
  • Das Datum kann neue Besucher abschrecken, wodurch
  • ein Beitrag oftmals weniger Kommentare,
  • als auch weniger Backlinks bekommt
  • In manchen Bereichen ist es allerdings sinnvoll, dass Datum im Blog anzugeben (News, Technik, Updates)

Und was denkst Du? Ist die Zeit in einem Blog wichtig? Immerhin sind Weblogs chronologisch aufgebaut und es macht Sinn, sich daran zu halten. Oder glaubst Du, dass es vollkommen egal ist, ob wir ein Datum im Blog angeben oder eben nicht? Ich freue mich über Deine Meinung…

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5 legendäre Kommentare zu "Zeit und Datum im Blog! Ist das sinnvoll?"

  1. Holger sagt:

    Also ich finde dass die Datums- und Zeitangaben in Blogs eine wichtige Rolle spielen. Rein aus User-Sicht spielt für mich die Aktualität eines Blogs eine gewichtige Rolle. So gewichtig, dass die im Artikel genannten Nachteile meiner Meinung kompensiert werden.

  2. Martin sagt:

    Vielen Dank für den Tipp. ich finde, anders als Holger, dass die Idee wirklich gut ist und wahrscheinlich kommt es auch immer darauf an, was man mit einem Blog so vor hat. Wer sich weniger um aktuelle Neuigkeiten schert, kann und dann zu seinem Vorteil, getrost auf das Datum im Artikel verzichten. Halte ich sogar für sinnvoll, wenn ich mir deine Argumente durchlese. Sehr clever.

    Aus Sicht des Users denke ich allerdings auch, dass es toll wäre, wenn die Datumsangabe stimmig wäre, aber letzten Endes muss man wohl als Blogger sehen, was ich über einen gewissen Zeitraum bewährt. Konntest Du denn große Unterschiede feststellen?

    Nette Grüße :-)

  3. TmoWizard sagt:

    Hallo Jonas!

    Ich denke mal, daß das immer auf die Art eines Blogs ankommt. Ich selbst schreibe ja viel über aktuelle Themen, da ist zumindest das Datum schon von Bedeutung, während die Uhrzeit nur darstellt, daß ich öfter mal zu lange an meiner Tastatur sitze! ;-)

    Anders sieht es da bei meinen Tutorials aus, diese bräuchten wohl weder Datum noch Zeit. Diese sind so gestaltet, daß sie wirklich zeitlos sind und wohl auch in einigen Jahren noch ihre Gültigkeit haben. Trotzdem werde ich weiterhin Datum und Uhrzeit stehen lassen, sie gehören irgendwie zu meinem Blog dazu, es würde einfach etwas fehlen.

    Grüße aus TmoWizard’s Castle zu Augsburg

    Mike, TmoWizard

    • Jonas Geldschläger sagt:

      Hallo Mike,

      schön, dass Du den Weg hier her gefunden hast. Das freut mich :-)

      Die Zeitangabe oder eben Datierung im eigenen Blog ist wohl immer so eine Sache. Die einen schwören darauf, da es ein wichtiges Element für die Struktur eines jeden Weblogs ist, andere verzichten gern auf die Angabe. Aber es ist wohl einfach eine Frage der Herangehensweise. Natürlich ist es für neue Leser immer schöner, wenn man die Zeit mit angibt, doch hängt auch das von der klaren Ausrichtung ab.

      Möchte ich mit meinem Blog eher ein Teil der realen Blogosphäre sein, sehe ich ihn als Business oder als relevantes Portal. Worum geht es mir? Ich denke, wer diese Fragen einmal klar für sich beantwortet, ist schon einen großen Schritt weiter, um entscheiden zu können, wie er es mit der Zeit im eigenen Blog handhaben möchte :-)

      beste Grüße

  4. Mieze sagt:

    Hallo Jonas!
    Vielen Dank für die tollen Tipps! Bisher hatte ich mir über die Zeit beim bloggen noch nicht viele Gedanken gemacht. Aber ich muss dir Recht geben: wenn man nicht gerade über aktuelle Themen schreibt, finde auch ich eine Zeitangabe recht überflüssig.
    Und mein eigener Kommentar hier belegt ja die genannten Vorteile auch noch mal :) wie ich den anderen Kommentaren entnehmen kann, gibt es den Artikel ja schon eine Weile. Für mich ist er aber eben jetzt interessant und damit aktuell!

    Sonnige Grüße
    Mieze

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